Wollen wir denn “Kommunismus”? (10)

Aber zum Kern des Kommunismus Wollens oder Nichtwollens:
Das ist doch eigentlich die Erwartung der ausbrechenden allgemeinen Faulheit.
Nun habe ich bereits angefangen herzuleiten, dass wir uns eine wesentlich größere Portion Faulheit leisten können (und wollen sollten). Wenn wir die heutigen Arbeitsbedingungen betrachten, müssen wir sie uns sogar leisten. Der „Kapitalismus“ braucht Verhältnisse mit einer „Reservearmee“, also Menschen, die Arbeit wollen, aber keine finden. Sie sind die nützlichen Idioten: Zum einen sind sie Erpressungspotential gegen die Arbeitenden bei allen Verbesserungsforderungen bis hin zur Basis für eine Niedriglohnoffensive auf breiter Front. Zum anderen eignen sie sich als Sündenböcke für alles Mögliche (und sei es als angebliche „Sozialschmarotzer“, die den Blick auf die tatsächlichen verstellen). Braucht das ein Mensch???
Aber dann kommt das Faulheitsargument, dass alles nur mit etwas Druck geht.
Das Argument wird schon schwachbrüstiger, wenn man konkret fragt, Würdest denn du dein Leben lang auf der faulen Haut liegen, wenn du kein Geld durch Arbeit verdienen müsstest?
Die häufigste Antwort ist dann, Na, ich nicht. Ich will ja was schaffen im Leben. Aber die Anderen …
… Die Anderen geben aber dieselbe Antwort!
Wo also liegt das Problem?
Falsch gefragt – es sind viele Probleme.
Sagen wir, es gibt natürlich Menschen, die kommen vor Dreck und alten Flaschen kaum durch bis an die Wohnungstür. Normale Durchschnittsmenschen machen sauber, wenn sie die Notwendigkeit einsehen (okay, die Schmerzgrenzen sind verschieden). Und es findet sich jemand, der den Abwasch macht, wenn der Berg nicht übergroß ist und die „Arbeit“ nur darin besteht, das schmutzige Geschirr in den Spüler zu packen und den Knopf zu drücken. (Entschuldigung. Das ist schon eine neue Frage.) Also „zu Hause“ „arbeitet“ man, weil man weiß, wozu es gut ist. Nun frage man mal Bürger für Bürger, wozu sein „Job“ gut ist – außer dass er sein Geld damit verdient…
Sprich: In einer Gesellschaft, in der die Arbeiten, die gemeinschaftlich erledigt werden, sowohl sinnvoll sind als auch als sinnvoll erkennbar sind als auch als sinnvoll erkannt wurden, finden sich eben Menschen, die in diesen Arbeiten ihre Erfüllung finden. (Warum muss das JEDER sein?!)

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