Umzugsplan …

Veröffentlicht in Allgemein am 8. Dezember 2010 von Slov

Dieses Blog soll mit „endlich vernünftig“ zu einem neuen Blog vereint werden. Das Gerüst ist schon da – nun braucht´s nur noch Zeit, Slovs Politikblog zu gestalten …

Wollen wir denn „Kommunismus“? (12)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags , , , am 21. November 2010 von Slov

Einen Aspekt habe ich dabei zurückgestellt: Der Charakter des Arbeitsprozesses, also WIE die Arbeit gestaltet wird, wie sie abläuft, hat sich wesentlich gewandelt. Ich meine hier das, was man mit dem Wort „Arbeitsintensität“ bezeichnet. Dieser Wandlungsprozess war bereits in seiner kontraproduktiven Seite zu DDR-Zeiten erkennbar. Stichwort „Privat geht vor Katastrophe“.
Im Kampf um Profite (bzw. einem internationalen Klassenkampf) zählt genau genommen nur die am Schluss aus der Wirtschaftseinheit heraus realisierte Menge Waren. Auch ein sich sozialistisch dünkender Staat, der neben kapitalistischen überleben will, muss sich da anpassen.
Der „Kommunismus“ kennt aber keine „Waren“, genauer: er kennt nicht die „Wertform“ der Gebrauchswerte verkörpernden Güter. Worum geht es aber bei JEDEM Gebrauchswert (im Gegensatz zum Tauschwert, wo dies nur Mittel zum Zweck ist)? Um die Verbesserung der Lebensumstände von Menschen. Und verbessert es nicht AUCH die eigenen Lebensumstände, wenn man sich mit einem „Kollegen“ über Erziehungsprobleme unterhalten kann, die die eigenen Kinder gerade verursachen (und umgekehrt den Anderen Ratschläge zu geben)? Ginge nicht eine Krankenschwester wesentlich lieber arbeiten, wenn sie ein paar Minuten mehr hätte, um mit Patienten und Kollegen zu reden? Das hebt natürlich den gesellschaftlichen Rang von Menschen, die ich hier als „Kommunikatoren“ bezeichnen möchte, also Menschen, die als Haupt“arbeits“ergebnis bei ihren Mitmenschen gute Laune verbreiten. Ich möchte nicht den „Arbeitsprozess“ zur „Dauerparty“ hochstilisieren, aber auf jeden Fall haben ein paar Jahrtausende Klassengesellschaft das Meiste vom ursprünglichen gemeinsamen „Singen“ bei der Vor- und Nachbereitung eine Jagd aus dem Denken der Menschen vergrault. Selbst Marx stellte sich scheinbar die kommunistische Arbeitswelt als kreative Entäußerung eine Menschheit aus lauter Workoholics vor.

Ich will nicht behaupten, dass es diesen Trend nicht geben wird, dass in einer kommunistischen Zukunftswelt also nicht eine wesentliche Zahl von Menschen wirklich ihren Lebensinhalt darin sehen wird, „der Gemeinschaft“ die meisten und besten Produkte im weitesten Sinne zu erschaffen. Aber die werden nur eine Gruppe von vielen sein. Es wäre sogar schlimm, wenn das anders wäre: Zu den technischen Merkmalen dieser Zukunftsgesellschaft gehört ja der absolut freie Datenfluss. Wenn also irgendwo auf der Welt eine Erfindung gemacht wird, so steht diese sofort allen Anderen zur Verfügung – notfalls, um sie noch zu verbessern oder speziellen Bedingungen anzupassen. Wohin sollte es da führen, wenn 80 Prozent der Menschheit dann große Erfindungen machen wollten?! Sie können es nur als „Hobbytüftler“ – so etwas, was wir heute bei den Computerfreaks finden. Nur so als Beispiel. Wirtschaftliches Wachstum stößt ja auch heute schon an natürliche Grenzen (nicht nur an die der Verwertungslogik).

Wollen wir denn „Kommunismus“? (11)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags am 20. November 2010 von Slov

Beim Geschirrspüler stand ich vor dem nächsten Problem. Es gibt schlicht Tätigkeiten, die DOOF, schwer oder in anderer Weise abstoßend sind. Viele sind aber dabei, die durch Technik ersetzbar sind. Eine Arbeit muss für bestimmte Menschen(gruppen) „das gewisse Etwas“ haben, den Reiz, der sie zum Stolz verführt, dass sie genau diese Arbeit ausführen. Das kann das Kreative dabei sein oder das künstlerische Element, aber auch die Schwere oder Kompliziertheit in anderer Art. Das Wissen, „das kann nicht jeder“. Zumindest nicht so.
Das ist keine Generallösung. Aber es trifft für eine erhebliche Zahl an Aufgaben zu und es gehört zu den Merkmalen des „Kommunismus“, dass es ABSOLUT keine allgemeinverbindlich geltenden (Zwangs)Regelungen geben wird.

Juristische Ächtungen werden durch rein moralische Missbilligungen ersetzt. Wer sich absolut jeder Tätigkeit fürs Gemeinwohl zu entziehen versucht, wird dadurch am stärksten „gestraft“, dass er einfach „schief angesehen“ wird. Solche Menschen riskieren einfach einen schlechten Ruf“.

Dies setzt allerdings zweierlei voraus: Zum einen ist es für eine Mehrheit der Gesamtbevölkerung der Erde selbstverständlich, sich arbeitend zu bestätigen. (Insofern hätte sich in gewisser Weise nichts verändert.) Zum anderen ist die Gemeinschaft aller Menschen nicht darauf angewiesen, dass unbedingt jeder in gesellschaftlichem Rahmen arbeitet. Anders ausgedrückt: Die zur Reproduktion der gesamten Gesellschaft erforderliche Gesamtarbeit ist so relativ klein, dass es die Arbeitenden schon stören würde, wenn sie noch weniger zu arbeiten hätten.

Wollen wir denn „Kommunismus“? (10)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags , , , , , am 19. November 2010 von Slov

Aber zum Kern des Kommunismus Wollens oder Nichtwollens:
Das ist doch eigentlich die Erwartung der ausbrechenden allgemeinen Faulheit.
Nun habe ich bereits angefangen herzuleiten, dass wir uns eine wesentlich größere Portion Faulheit leisten können (und wollen sollten). Wenn wir die heutigen Arbeitsbedingungen betrachten, müssen wir sie uns sogar leisten. Der „Kapitalismus“ braucht Verhältnisse mit einer „Reservearmee“, also Menschen, die Arbeit wollen, aber keine finden. Sie sind die nützlichen Idioten: Zum einen sind sie Erpressungspotential gegen die Arbeitenden bei allen Verbesserungsforderungen bis hin zur Basis für eine Niedriglohnoffensive auf breiter Front. Zum anderen eignen sie sich als Sündenböcke für alles Mögliche (und sei es als angebliche „Sozialschmarotzer“, die den Blick auf die tatsächlichen verstellen). Braucht das ein Mensch???
Aber dann kommt das Faulheitsargument, dass alles nur mit etwas Druck geht.
Das Argument wird schon schwachbrüstiger, wenn man konkret fragt, Würdest denn du dein Leben lang auf der faulen Haut liegen, wenn du kein Geld durch Arbeit verdienen müsstest?
Die häufigste Antwort ist dann, Na, ich nicht. Ich will ja was schaffen im Leben. Aber die Anderen …
… Die Anderen geben aber dieselbe Antwort!
Wo also liegt das Problem?
Falsch gefragt – es sind viele Probleme.
Sagen wir, es gibt natürlich Menschen, die kommen vor Dreck und alten Flaschen kaum durch bis an die Wohnungstür. Normale Durchschnittsmenschen machen sauber, wenn sie die Notwendigkeit einsehen (okay, die Schmerzgrenzen sind verschieden). Und es findet sich jemand, der den Abwasch macht, wenn der Berg nicht übergroß ist und die „Arbeit“ nur darin besteht, das schmutzige Geschirr in den Spüler zu packen und den Knopf zu drücken. (Entschuldigung. Das ist schon eine neue Frage.) Also „zu Hause“ „arbeitet“ man, weil man weiß, wozu es gut ist. Nun frage man mal Bürger für Bürger, wozu sein „Job“ gut ist – außer dass er sein Geld damit verdient…
Sprich: In einer Gesellschaft, in der die Arbeiten, die gemeinschaftlich erledigt werden, sowohl sinnvoll sind als auch als sinnvoll erkennbar sind als auch als sinnvoll erkannt wurden, finden sich eben Menschen, die in diesen Arbeiten ihre Erfüllung finden. (Warum muss das JEDER sein?!)

Wollen wir denn „Kommunismus“? (9)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags , , , am 18. November 2010 von Slov

Es ist auch nicht einfach: Viele Beziehungen müssen ganz anders als gewohnt gedacht werden.
Setzen wir einige Stützbalken und Zwischenwände:
Erster Schritt: Denken wir alles Militärische von der gesamten Welt weg. Dies schafft zwei Optionen. Die eine: Das für die Zerstörungsmittel vergebene Potential an Menschen, Wissen und Material wird auf die Produktion von Gütern umgelenkt, die konkrete Bedürfnisse von konkreten Menschen befriedigen – von Hunger bis Handy. Die zweite wäre, die Masse an industriellem Produktionspotential insgesamt abzusenken. Also wenn wir uns vorstellen, durchschnittlich arbeitete jeder Arbeitsfähige jetzt weltweit entfremdet acht Stunden täglich (ich rechne hier Soldaten den „Arbeitenden“ zu – der Statistik wegen), so sinkt dann das entfremdete Arbeitspotential um etwa ¼ , also auf sechs Stunden.
Anders gesagt: Gehen wir davon aus, dass alle Menschen auf der Erde eine bestimmte „Menge Bedürfnisse“ haben. Nehmen wir die (des Modells wegen) als konstant an. (Natürlich steigt sie beständig – dem steht aber auch eine insgesamt höhere Produktivität gegenüber) Dann ist logisch, dass eine bestimmte, dem jeweiligen Niveau der „Produktion“ geschuldete Zeit nötig wäre, diese Bedürfnisse zu befriedigen.(Im Moment steht noch die zusätzliche Schranke, dass nicht jedes Bedürfnis bezahlt werden kann, also manche Menschen verhungern „müssen“.)
Wenn wir das im Laufe der Jahrtausende entstandene Geflecht von „Notwendigkeiten (der Klassenordnungen) entflechten wollen, dann gehört dazu vernünftigerweise, jene Tätigkeiten zu entfernen, die in letzter Instanz keine „menschlichen Bedürfnisse“ befriedigen, sondern ausschließlich die Welt“ordnung“ zementieren.
Die zweite Gruppe, die im Wesentlichen verschwinden kann (nicht 100%ig) sind alle Tätigkeiten, die unmittelbar und mittelbar mit „Eigentumsdelikten“ zusammenhängen. Jenes Eigentum, das gesellschaftliche Verhältnisse schafft, also das an „Produktionsmitteln“ und deren Ergebnissen (also „Waren“) verschwindet ganz. Es bleibt nur ein privates Eigentum, was die jeweilige Persönlichkeit mit bestimmt. Dies wird die wachsende Rolle von Kunst bewirken. In dem Augenblick, in dem z. B. ein Auto eben nicht auch ein soziales Statussymbol ist, sondern jeder nur die Frage beantworten muss, wie er „am günstigsten“ von A nach B kommt, „Besitzer“ eines privaten Sportwagens vom „Mantafahrer-Image“ bedrängt werden … denn „leisten“ kann sich jeder jeden Wagen, also „leistet sich“ jeder – umso wahrscheinlicher eine besonders vernünftige“ Lösung. Das schließt allerdings das Vorhandensein vernünftiger Systeme ein, setzt sie sogar voraus.

Wollen wir denn „Kommunismus“? (8)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags , , am 16. November 2010 von Slov

Bei den bisherigen Betrachtungen habe ich einfach etwas vorausgesetzt, was immer weniger vorausgesetzt werden kann: Dass nämlich jeder, der so etwas liest, weiß, was mit Kommunismus gemeint ist. Die Altkommunisten werden jetzt mit Marxens Floskel von dem Menschen, der nicht mehr … und so ist, kommen.
Wenn man von jemandem wissen will, ob er etwas mag, muss natürlich klar sein, was er mögen soll. Nun können wir natürlich als „Zukunftsforscher“ heutige Trends in die Zukunft extrapolieren. Dabei riskieren wir aber dasselbe Problem wie bei Marx: Irgendwann schlägt der Trend zu immer gigantischerer Produktion um. Nix Großproduktion und dann Megagroßproduktion. Nein, es folgt eine neue Qualität, die wissenschaftlich vor 150 Jahren genauso wenig vorhersagbar war wie heute die Trends in 150 Jahren.
Wir können aber erst einmal ausschließen, was alles „Kommunismus“ NICHT ist. Darunter fallen ALLE bisher praktizierten Wirtschafts- und Menschlichkeitssysteme auf dieser Welt, unabhängig davon, wie sie sich selbst bezeichnet haben. Ein Wasserbüffel ist eben keine Getreidevollerntemaschine. Die koreanische „Volksdemokratie“ ist einfach nur pervers. Die DDR hat nicht den geringsten „Modellcharakter“. Sie ist aber immerhin eine Baustelle, auf der man einige wenige (aber nicht unwesentliche) Bausteine für den Übergang zum Sozialismus als geldgesteuerten Kommunismus finden kann.
Wir müssen uns auch über etwas einig werden, was das Hauptproblem des „Anarchismus“ ist: Jede Treppe hat notwendig die Eigenschaft, dass man beim Aufsteigen zuerst die Füße auf die unteren Stufen setzen muss – und von denen auf die nächsthöheren. Man muss also diese Treppenstufen mitdenken als notwendig – aber man sollte schon beachten, dass man eine Treppe nicht zum Wohnen benutzt, sondern dazu, oben anzukommen. Also muss man Vorstellungen haben, was einen oben erwartet bzw. erwarten soll. Man muss dorthin wollen, weil es wünschenswert ist, dort anzukommen.
Heutzutage haben auch die meisten „Linken“ aufgegeben, überhaupt darüber nachzudenken, wo es denn hingehen soll.

Wollen wir denn „Kommunismus“? (7)

Veröffentlicht in Allgemein mit den Tags , am 15. November 2010 von Slov

Wer aber NICHT die Veränderung des ganzen Systems für wünschenswert und machbar hält, begibt sich auf eine niedrigere Ebene der logischen „Vernunft“.
Ich kann nicht oft genug das perverseste Beispiel herausgreifen: Wenn man nicht das Gesamtsystem in Frage stellt, dann findet man es vernünftig, wenn im eigenen Land „Arbeitsplätze gesichert werden“, indem Weltrüstungsaufträge nach Deutschland geholt werden. In Wirklichkeit zerstört Rüstung sinnvolle Arbeitsplätze und bedroht in unterschiedlicher Größe das Überleben der Menschheit überall auf der Erde. Ganz abgesehen davon, dass jedes Waffenarsenal eine Vergeudung von menschlichem und natürlichem Potential bedeutet.
Wir kommen also nicht daran vorbei, dass wir bei allen konkreten Einzelproblemen, die „die Deutschen“ als 80 Millionen Einzelmenschen beschäftigen, wieder beginnen müssen, nachzudenken, wie eine radikal geänderte Wirtschaftsordnung im Großen beschaffen sein muss. Durch welche Art Vernunft können wir nachhaltig wirtschaften? Wie kann der Mensch neben uns auf eine Art reicher gemacht werden, dass wir selbst etwas davon haben. Wie lässt sich das Verhältnis Mensch – Arbeit umgestalten, dass immer weniger Menschen einem eigentlich verhassten „Job“ nachgehen, an dem sie sich andererseits aber festkrallen, weil sie ihn zum Selbsterhalt brauchen. Lässt sich das nicht GANZ ANDERS, von Grund auf anders, angehen?
Es sind genug Aufgaben voll tiefer Menschlichkeit zu lösen. Warum „machen die sich nicht bezahlt“?
„Die Deutschen“ greifen gelegentlich den Ehrentitel Volk der „Dichter und Denker“ auf. Also denken wir wieder mehr nach vorn. Die in der zitierten Umfrage festgestellte Erkenntnis, dass es in der bisherigen Weise nicht weiter geht, ist zumindest der Anfang …

Wollen wir denn „Kommunismus“? (6)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags , am 14. November 2010 von Slov

Und dann …  Es war Tschernobyl und nicht Harrisburg, was zum Symbol der Umweltbedrohung durch unbeherrschte Atomkraft wurde. Und Bitterfeld und nicht das Ruhrgebiet wurde zum Sinnbild einer die Bewohner der Umgegend quälenden Landschaft. Für beschränkte Zeiträume erhielten Sowjetpanzer das bröckelige System in Budapest, Prag und Kabul aufrecht. Fortschritt auf Raketenpump.
Aus der Aufbruchzeit der Arbeiter- und Bauernfakultäten war die simulierte „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ geworden. Und die Erfahrungen mit der unsanften Umgestaltung der Landwirtschaft – dass nämlich die gelichteten Reihen der verbliebenen nun in LPGen zusammengefassten Bauern ganz praktisch die Vorzüge des Fortschritts erfasst hatten, den man ihnen aufgenötigt hatte – hoffte man auf Anderes zu übertragen, also alles aufzunötigen, was immer einfacher ist als überzeugen.
Ein wenig chinesische Langfristigkeit und kubanischer Revolutionsenthusiasmus hätte uns sicher gut getan. Aber die falschen Methoden hatten sich verselbständigt. Es war so viel von OBEN gekommen, dass nun auch auf OBEN gewartet wurde. Und ein Ordnungskombinat Robotron für moderne Daten- und Kommunikationstechnik stellte Teilpotentiale dafür ab, irgendwelchen Flaschenöffner-Schnickschnack herzustellen, weil ein Politbüro fand, es fehlten Konsumgüter und diese Lücke könnten doch alle irgendwie füllen.
Der entscheidende Fortschritt der neuen Gesellschaft, nämlich, dass sie den Einsatz ihrer verfügbaren Produktivkräfte tatsächlich vernünftig geplant hätte, ist in dem, was heute gehässig „Realsozialismus“ genannt wird, nie zum Tragen gekommen. Im Gegenteil: Die reale Ballung politischer Macht über die Wirtschaft bewirkte eine Kommandoordnung auf Basis des Willens Weniger.
Wie gesagt: Zu einem nicht unwesentlichen Teil wurde dies vom Ansatz her durch die unterschiedlichen Formen der Entwicklungssabotage des ökonomisch noch überlegenen internationalen Kapitals bewirkt und erhalten.
Zum zweiten reproduzierte dieses auch indirekt wirkende Kapital unsolidarische Elemente in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen der auf Sozialismus orientierenden Staaten – beginnend mit dem RGW. Das gegenseitige Vertrauen reichte nicht aus, um ein Entscheidungsmechanismus zu installieren, der für das Gesamtsystem ideale Lösungen begründen und durchsetzen hätte können.

Wollen wir denn „Kommunismus“? (5)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags , am 13. November 2010 von Slov

Und danach?
Anstatt sich in ein freies und friedliches Weltwirtschaftssystem einbringen zu können, musste die junge Sowjetmacht tonnenideologisch Industrien aus dem Boden stampfen. Als die endlich hätten Früchte tragen können, wurden sie – zusammen mit einem großen Teil des Lebens der jungen schöpferischen Generation – im aufgezwungenen Weltkrieg 2 vernichtet. Als der Aggressor geschlagen schien, grinste der vorübergehende Verbündete: Ich habe jetzt die Atombombe. Erstmal teste ich sie an den Japsen. Aber dieser herrliche Krieg hat uns größer gemacht. Wir finden auch andere Ziele, weit genug entfernt von unserem Land. Also musste eine eigene Atomwaffe her und Showeffekte als Beweis eigener Leistungsfähigkeit mit Raketen im Weltraum. Wo jede Forschungsminute so dringend gebraucht worden wäre für den Aufbau einer tatsächlichen starken sozialistischen Wirtschaft. Bei allen relativen Erfolgen des revolutionären Wirtschaftssystems – immer wieder schlugen ihre Startnachteile auf die folgende „Wettbewerbssituation“ zurück.
Irgendwann wollte man aber doch ein System errichten, das von der prinzipiellen Gleichheit der Menschen ausging – so wie es einst die französische bürgerliche Revolution erträumt hatte. Und man wollte dies unter Führung einer objektiv dazu geeigneten Klasse tun. Damit aber machte man sich an allen offenen Flanken zum Profitsystem verletzlich: Wer erträumt nicht, zu den Siegern zu gehören? Wer gibt schon seine persönliche Lebenslüge zu?
Also strömten gerade die in den Westen, deren Leistungsfähigkeit durch ein anerkannt hervorragendes Bildungssystem eine Entscheidung zuließ zwischen Moral und Moneten. Moneten waren für Hochqualifizierte im Westen mehr zu machen. Also geriet das Möchtegern-Sozialismus-System in eine Zwickmühle. Wie soll man das eigene Wesen, besonders viel für die Entfaltung der Persönlichkeiten zu tun, erhalten, wenn die entfalteten Teilpersönlichkeiten ihre spätere Entfaltung so leicht materiell verstanden und in der Hoffnung, zu den Siegern zu gehören, im Westen suchten?
Man sperrte die Menschen ein … und beraubte sich der notwendigen eigenen Säule. Und man misstraute eben denen, die doch den Sozialismus aufbauen sollten. Und man meinte, diesen „Sozialismus“ für sie aufbauen zu müssen. (Die Kräfte um Pieck und Ulbricht waren ja unter den Klängen der Stalinorgeln in Deutschland eingerückt. Abgelöst wurden sie durch eine Generation, die das Ge- und Erbrachte als Geschenk auf dem Weltverschiebebahnhof ansahen.)
Ein „eingemauerter“ „Sozialismus“ ist bei aller Notwendigkeit im internationalen „Klassenkampf“ immer nur eine Übergangsstufe, ein Stück „Revolution“ wie der verlustreiche Vormarsch der Roten Armee. Nur wie soll man das der nächsten Generation erklären? Wie soll die Selbstverständlichkeiten als Ausdruck eines Krieges verstehen – noch dazu, wenn der eigene Staat sich „Menschenrechte“ von jenem System abtrotzen ließ, dass doch so unmenschlich sei (und ist)?

Wollen wir denn „Kommunismus“? (4)

Veröffentlicht in Kommunismus mit den Tags , am 12. November 2010 von Slov

  Aber es kam noch schlimmer. Wer bedenkt schon gern immer wieder neu, dass alles seine Geschichte hat, dass jedes Heute und Gestern zumindest sehr wesentlich das Ergebnis des Vorgestern ist? Geschichte ist ja jene Hure, die jeder für sich missbraucht, der gerade die Macht hat.
Zugegeben: Aus einer gewissen Hilflosigkeit heraus hat die eigene erste Garde des „sozialistischen“ Aufbaus sich selbst wie ihr Volk mit schnellen Hoffnungsillusionen bestreut. Wie peinlich lesen sich manche damalige Beschlüsse mit heutigem Wissen. So lange schon hätte da inzwischen der Kommunismus erreicht sein müssen. Man zeichnete sich selbst mit Orden dafür aus, wenigstens eine „entwickelte sozialistische Gesellschaft“ bereits aufgebaut zu haben.
Diese Einschätzung war wissenschaftlicher Unsinn! Nacktes Wunschdenken – leider auch verbunden mit Selbstbeweihräucherung, an dem nun Feinde aller Art anknüpfen können. Ein Ergebnis „Sozialismus“ hat noch nirgends vorgelegen und konnte es auch nicht. Aber am liebsten bauschen diesen Fehler die kapitalgetunten Hirnverpester zur Behauptung auf, wir hätten sogar schon Kommunismus gehabt. Und der sei gescheitert – ein Wunschtraum jedes Kapitalisten. Wenn der schon so nicht wirklich in Erfüllung gehen kann, so doch wenigstens in der Form, dass die Massen es glauben. Dafür hat man ein großes Orchester verschiedener Medien-Instrumente zur Verfügung. 
Klar. Die Gesellschaft, die wir errichten wollen und müssen, bedarf der Mitwirkung der Massen. Bedarf ihrer Vernunft.
Wir haben aber im letzten Jahrhundert unsere eigene Vernunft oft hinter Überlebensstrategien zurückstellen müssen. Das erste Dekret, das die sich zur Macht berufenden Sowjet-Bolschewisten erließen, war das Dekret über den Frieden. Eine einfach weltweit menschliche und vernünftige Weisheit: Bauen wir auf, was allen nützt, vergeuden wir nicht unser mageres Potential an Geist und Material für das gegenseitige Umbringen. Aber was half es, wenn rundum gegnerische Divisionen „ein bisschen“ Erobern und Terror spielten? Also ran an die gehassten Waffen…

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